Mein Aufenthalt im Herzzentrum München

10.04.2026

Der Wendepunkt – als ich mein Leben wieder selbst in die Hand nahm

Im Juni 2024 holte mich ein alter Schmerz aus der Vergangenheit mit voller Kraft ein und brachte meine Gesundheit völlig aus dem Gleichgewicht. Von einem Tag auf den anderen geriet mein Leben aus der Bahn und ich spürte, dass eine tiefgreifende Veränderung notwendig war.

Ich war müde geworden, antriebslos und innerlich leer. Sport, Bewegung und all das, was mir früher wichtig gewesen war, hatten keinen Platz mehr in meinem Alltag. Stattdessen saß ich viel herum, grübelte, verlor mich in Gedanken und belastete meine Psyche immer mehr. Auch meine Ernährung war längst nicht mehr so, wie ich sie eigentlich für richtig hielt.

Unmerklich hatte ich mich mit einem Zustand abgefunden, der nicht mehr zu mir passte. Meine Werte, meine Disziplin, meine positive Einstellung – all das war in den Hintergrund geraten. Ich war nicht mehr die Margret, die ich einmal gewesen war.

Der Wendepunkt kam an einem Wochenende, als wir in den Harz nach St. Andreasberg fuhren, in meine alte Heimat. Ich wollte alte Bekannte sehen und Orte besuchen, die mich früher begleitet hatten. Dort beschloss ich, eine Verwandte zu besuchen, die etwa einen Kilometer oberhalb unseres Wohnmobilstellplatzes wohnte. Früher war dieser Weg für mich selbstverständlich gewesen, ich war ihn oft joggend hinaufgelaufen.

Doch an diesem Tag wurde genau dieser Weg zu einem Schock. Schon nach wenigen Metern musste ich stehen bleiben, um Luft zu bekommen. Alle zehn Meter blieb ich erneut stehen. Mein Mann war entsetzt, und auch ich konnte nicht glauben, wie schwach ich geworden war. Gegen meinen Willen machte er für die folgende Woche einen Arzttermin aus.

Schon der Weg die Treppe zur Praxis hinauf wurde zur Qual. Ich wusste, dass ich etwas zugenommen hatte, aber das konnte nicht die ganze Ursache sein. Nach einem kurzen Gespräch wurde ich sofort zum EKG geschickt. Als ich die Auswertung sah, bekam ich ein ungutes Gefühl. Kurz darauf wurde mir mitgeteilt, dass starke Herzrhythmusstörungen vorlägen und ich umgehend in eine Herzklinik eingewiesen werden sollte, um eine invasive Koronardiagnostik durchführen zu lassen.

Dieser Moment traf mich tief. Ich musste weinen, doch genau dieses Weinen brachte auch etwas zurück, das ich verloren hatte – die Besinnung auf mich selbst. Auf meine Werte. Auf mein Leben.

Zu Hause stellte ich mich vor den Spiegel und sah mich lange an.
Ich fragte mich:
Wo sind deine Ideale geblieben?
Wo ist dein Weg?
Wo ist das, was du immer gelebt hast?

Ich wurde wütend auf mich selbst, so sehr, dass ich laut wurde und meinen ganzen Frust herausließ. Mein Hund Fynn zog sich erschrocken in die Ecke zurück. Doch als mein Mann nach Hause kam, fing ich mich wieder. Er nahm mich in den Arm und sagte ruhig, dass wir das gemeinsam schaffen würden. Am nächsten Tag machte er einen Termin im Herzzentrum München.

Wir fuhren an den Tegernsee, wo unsere Tochter lebt, und sie bestand darauf, mich zu begleiten. Das tat mir gut, denn ich wollte meinen Weg gehen, aber nicht bevormundet werden.

In der Klinik begann eine lange Reihe von Untersuchungen. EKG, Ultraschall, Belastungstest, Doppler, Blutwerte, Schilddrüsenuntersuchung. Ich lief von Station zu Station, wartete, klopfte an Türen, setzte mich zwischen fremde Menschen und fühlte mich immer weniger als Patient, sondern mehr als Beobachter eines Systems, das nicht zu mir passte.

Beim Herzultraschall sah ich mein eigenes Herz schlagen. Stark, gleichmäßig, ohne Auffälligkeiten. Auch beim Belastungs-EKG zeigte sich, dass mein Herz leistungsfähig war. Die Gefäße waren frei.

Am Ende blieb eine Diagnose an der Schilddrüse mit veränderten Werten, und sofort wurden Medikamente, weitere Eingriffe und sogar Radiojodtherapie in den Raum gestellt.

In diesem Moment wusste ich innerlich ganz klar:
Diesen Weg gehe ich nicht.

Ich ging zurück auf mein Zimmer, zog mich an und sagte zu meiner Tochter, dass wir nach Hause fahren. Ich hatte genug gehört. Ich hatte genug gesehen. Ich wusste, dass ich etwas ändern musste, aber nicht so.

Auf dem Rückweg an den Tegernsee wurde ich ruhig. Sehr ruhig. Und in dieser Ruhe traf ich eine Entscheidung.

Ab jetzt kümmere ich mich wieder selbst um mich, um meinen Körper, um meine Werte um meine Gesundheit.

Zu Hause angekommen legte ich die verschriebenen Medikamente zur Seite. Ich wollte zuerst meinen eigenen Weg gehen. Nicht aus Trotz, sondern aus Überzeugung. Ich begann wieder, mich mit Ernährung, Bewegung, Atmung, Energiearbeit und meiner inneren Einstellung zu beschäftigen. Schritt für Schritt räumte ich mein Leben auf, innerlich und äußerlich.

Mein Sohn erinnerte mich in einem Gespräch daran, wer ich einmal gewesen war. Das traf mich, aber es war genau das, was ich hören musste. Von diesem Moment an stellte ich mein Leben konsequent um.

Ich übernahm wieder die Verantwortung für mich selbst. Ich ließ alte Gewohnheiten los. Ich hörte wieder auf meinen Körper.

Diese Zeit war nicht leicht, aber sie war notwendig.
Es war ein neuer Weg, ein steiniger Weg, aber es war mein Weg.

Zwischen Ende Juni und November 2024 veränderte sich mein Körper deutlich. Ich nahm fast zwanzig Kilogramm ab, fühlte mich wieder beweglich, klar und kraftvoll. Meine Werte verbesserten sich, meine Energie kam zurück, und ich spürte, dass ich wieder in meinem Gleichgewicht war.

Ich wurde wieder die Frau, die ihr Leben selbst in die Hand nimmt.
Die Verantwortung übernimmt.
Die nach vorne schaut.

Meine Familie ist stolz auf mich, und meine Enkel haben ihre fitte, lebensfrohe Omi wieder.

Dieser Abschnitt meines Lebens hat mir gezeigt, dass Heilung oft dort beginnt, wo man gezwungen ist, ehrlich zu sich selbst zu sein.
Und dass der Weg zurück immer über einen selbst führt.

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