Ich lebe seit 2004 mit Ersatzhüften

30.06.2026

Meine Energy-Hips -Warum ich mit meinen beiden künstlichen Hüften ein starkes Leben führen kann

Es war wieder einmal ein wunderschöner Skiurlaub in Ischgl. Wir waren bereits am letzten Urlaubstag angekommen, und im Nachhinein muss ich sagen: Es war Glück im Unglück.

Ich war von der Idalp auf dem Weg zurück Richtung Hotel Elisabeth, als plötzlich ein Snowboarder direkt vor mir die Piste kreuzte. In diesem Moment hatte ich nur zwei Möglichkeiten: Entweder wir stoßen zusammen, oder ich weiche hangaufwärts aus.

Ich entschied mich auszuweichen.

Doch genau diese Entscheidung endete für mich sehr schmerzhaft. Meine rechte Skispitze blieb im Schnee hängen, ich wurde nach vorne gerissen und durch die Luft gewirbelt. Der Aufprall war hart, viel zu hart. Noch in diesem Moment spürte ich: Da stimmt etwas nicht.

Ich konnte kaum noch stehen, fuhr aber trotzdem weiter, langsam rutschend, bis zur Mittelstation. Unten angekommen musste mich mein Mann aus der Gondel herausheben, weil ich nicht mehr richtig auftreten konnte. Schon das Einsteigen ins Auto war eine Qual, und die Heimfahrt kam mir endlos vor.

Zu Hause angekommen stellte ich mich sofort auf meine Power-Plate-Platte. Ich war überzeugt, dass Durchblutung und Lockerung der Muskulatur mir helfen würden. Tatsächlich fühlte es sich zunächst etwas besser an. Doch die Nacht wurde zur Tortur. Ich wusste nicht, wie ich liegen sollte. Jede Bewegung tat weh.

Am nächsten Morgen fuhr mich mein Mann zu einem befreundeten Orthopäden in den Medical Park St. Hubertus, ganz in unserer Nähe. Es wurde sofort ein MRT gemacht, und eigentlich war die Diagnose schon vorher fast klar: Meine Hüfte war stark geschädigt und musste ersetzt werden.

Der Arzt erklärte mir, dass ich eine Hüftdysplasie habe, eine angeborene Fehlbildung, bei der die Hüftpfanne den Hüftkopf nicht ausreichend abdeckt. Durch jahrelangen intensiven Sport war es zu starkem Knorpelabrieb gekommen. Der Sturz hatte alles zusätzlich verschlimmert.

Der Schock saß tief.

Ich war gerade einmal fünfzig Jahre alt und sollte ein künstliches Hüftgelenk bekommen.

Trotzdem blieb ich innerlich ruhig. Ich wollte die Operation machen lassen, aber zu meinem Zeitpunkt. Ich entschied mich bewusst für einen Termin bei abnehmendem Mond und wollte vorher noch Eigenblut spenden. Diese Zeit überbrückte ich mit Krücken. Es war nicht leicht, aber ich hielt durch.

Drei Wochen später wurde ich in München rechts der Isar von Professor Gradinger operiert. Nur vier Tage danach kam ich zur Reha zurück in die Hubertus-Klinik in meinem Heimatort. Dort wurde ich drei Wochen lang auf mein neues Leben vorbereitet.

Und ich nahm meine neue Hüfte sofort an.

Ich nannte sie meine Energy-Hip.

Für mich war sie kein Fremdkörper. Sie war eine Hilfe. Ein Werkzeug. Ein neues Gelenk, das mir wieder Bewegung, Kraft und Freiheit schenken sollte.

Ich hatte keine Angst vor Sport. Keine Angst vor Belastung. Ich achtete am Anfang nur darauf, keine starken Drehbewegungen zu machen, trainierte aber weiter und baute meine Muskulatur Schritt für Schritt wieder auf.

Ich bin überzeugt, dass genau dieses sofortige Annehmen auch mein Unterbewusstsein positiv beeinflusst hat. Meine Hüfte, die ich seit 2004 habe, hat mir bis heute keine Probleme gemacht.

Viele Jahre verlief alles ohne Beschwerden. Ich konnte meinen Sport machen, trainieren und aktiv bleiben. Doch im Jahr 2012 bekam ich Schmerzen in der anderen Hüfte. Als sie stärker wurden, ließ ich wieder ein MRT machen.

Die Diagnose war dieselbe wie damals: Auch diese Hüfte war stark abgenutzt und musste ersetzt werden.

Zu dieser Zeit lebten wir in der Schweiz, und auch dort hatte ich einen sehr guten Operateur. Wieder entschied ich mich für den gleichen Weg wie beim ersten Mal: Operation bei abnehmendem Mond und vorherige Eigenblutspende.

Am Abend vor der Operation brachte mich mein Mann in die Klinik. Am nächsten Morgen wurde ich operiert. Als ich aufwachte, lag mein alter Hüftkopf, wie abgesprochen, vor mir. Ich musste lachen, denn schön sah er wirklich nicht aus. Aber für mich war es ein klares Zeichen:

Jetzt ist es geschafft.
Jetzt beginnt etwas Neues.

Schon am nächsten Morgen stand ich im Badezimmer am Waschbecken und betrachtete mich im Spiegel, obwohl ich noch die Drainage bei mir hatte. Die Schwester war entsetzt und wollte mich zurück ins Bett schicken. Doch ich sagte nur, dass ich morgen nach Hause gehen werde. Sie glaubte mir nicht. Aber ich wusste, dass ich es schaffen würde.

Bei der Visite erlaubte mir mein Arzt tatsächlich, auf eigene Verantwortung früher zu gehen. Mein Mann holte mich ab, und ich verließ die Klinik viel früher als geplant. Der Schnitt war klein, die Methode moderner als bei meiner ersten Operation. Ich spürte deutlich, dass sich die Medizin weiterentwickelt hatte.

Diesmal ging ich nicht in eine Reha-Klinik.

Ich ging zu meinem Physiotherapeuten, der direkt hinter unserem Haus seine Praxis hatte. Zwei Wochen lang behandelte er mich intensiv täglich, arbeitete mit meiner Muskulatur und mit beiden Hüften, sodass ich schon nach kurzer Zeit wieder ohne Krücken laufen konnte.

Auch diese Hüfte nahm ich sofort als meine zweite Energy-Hip an.

Ich dachte nie daran, dass ich Prothesen trage. Für mich gehören sie zu mir wie meine eigenen Gelenke.

Heute lebe ich seit über zwanzig Jahren mit meiner ersten und seit vielen Jahren mit meiner zweiten künstlichen Hüfte. Ich kann mich bewegen, trainieren und aktiv sein. Natürlich gibt es Tage mit Steifheit oder Beschwerden. Aber ich weiß inzwischen: Es liegt immer auch an mir, wie ich damit umgehe.

Mein Körper braucht Bewegung.
Meine Muskeln brauchen Training.
Mein Kopf braucht eine positive Einstellung.
Und meine Seele braucht Vertrauen.

Mein Motto war immer: Wer rastet, der rostet.

Und genau deshalb kann ich mit meinen beiden Energy-Hips bis heute ein starkes, aktives und selbstbestimmtes Leben führen.

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