Golf – meine Meditation in Bewegung

Im Augenblick verbringe ich meinen Urlaub in Südtirol, einen Golfurlaub inmitten einer beeindruckenden Landschaft.
Wenn mir früher jemand gesagt hätte, dass Golf einmal zu meinen Lieblingssportarten gehören würde, hätte ich vermutlich nur den Kopf geschüttelt. Denn früher war ich vollkommen gegen das Golfspielen. Ich konnte diesem Sport nichts abgewinnen und verstand nicht, was Menschen daran so begeisterte.
Heute empfinde ich völlig anders.
Golf ist für mich längst mehr als ein Sport geworden. Ich bewege mich über viele Stunden an der frischen Luft, spüre den Boden unter meinen Füßen, nehme die Landschaft wahr und atme die klare Luft tief in meinen Körper ein. Mein Blick wandert über Wiesen, Wälder und Berge – und mit jedem Schritt werden meine Gedanken freier.
Gerade hier in Südtirol liegen die Golfplätze in einer wunderschönen Natur. Sie sind umgeben von mächtigen Tannen, duftenden Zirben und einer eindrucksvollen Bergwelt. Die Wege führen immer wieder bergauf und bergab. Dadurch verlangen sie nicht nur Konzentration, sondern auch viel Kraft, Kondition und Ausdauer.
Eine Golfrunde ist hier ein richtiges körperliches Training. Über mehrere Stunden bin ich in Bewegung, bewältige Steigungen und Gefälle und passe mich immer wieder dem Gelände an. Gleichzeitig nehme ich die klare Bergluft, den Duft der Bäume und die Ruhe der Natur wahr. Körperliche Anstrengung und innere Entspannung gehen dabei eine wunderbare Verbindung ein.
Beim Golfen muss mein Kopf ruhig sein. In dem Augenblick, in dem ich mich auf den Ball, meine Haltung und meinen Schwung konzentriere, ist kein Platz für das Gedankenkarussell des Alltags.
Natürlich tauchen dennoch manchmal Gedanken auf. Ich kämpfe nicht gegen sie an. Ich nehme sie kurz wahr und lasse sie dann wieder weiterziehen. Mit einer tiefen, bewussten Atmung kehre ich zu mir, zu meinem Körper und zum gegenwärtigen Augenblick zurück.
Einatmen.
Mich sammeln.
Den Blick ausrichten.
Loslassen.
Und dann den Ball spielen.
Auf diese Weise ist Golf für mich zu einer Meditation in Bewegung geworden. Jeder Schlag verlangt Ruhe, Vertrauen und innere Ausrichtung. Ich kann einen Schlag vorbereiten, doch im entscheidenden Moment muss ich loslassen. Danach kann ich nicht zurückholen, was geschehen ist. Ich darf das Ergebnis annehmen, weitergehen und mich für den nächsten Schlag neu ausrichten.
Vielleicht ist genau das eine der wertvollsten Lektionen dieses Sports.
Auch wenn ich gemeinsam mit anderen Menschen über den Platz gehe, bleibe ich innerlich bei mir. Ich genieße die Gemeinschaft, die Gespräche und das gemeinsame Spiel – und verliere dennoch nicht die Verbindung zu meinem eigenen Rhythmus.
Golf schenkt mir Bewegung, Natur, Konzentration und innere Ruhe. Aus einem Sport, den ich früher abgelehnt habe, ist etwas Einmaliges geworden:
meine ganz persönliche Form der bewegten Meditation.
